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Digitale Beratung: Braucht es wirklich einen neuen Kundenkanal?

Ein Praxisfall aus der Landwirtschaft zeigt, welche Frage Unternehmen bei neuen Beratungsangeboten stellen sollten.

Abstrakte Illustration: Ein Wissensimpuls breitet sich über eine abstrahierte Feldlandschaft aus.
KI-generierte Illustration · KIRA

Unternehmen, die Kunden eine neue digitale Beratung anbieten wollen, müssen auch über den Zugang entscheiden: Soll das Angebot einen eigenen Kanal erhalten oder einen bereits genutzten Dienst verwenden? Ein Praxisfall aus der Landwirtschaft liefert dafür einen Ansatz, aber keinen Erfolgsnachweis.

Der Projektträger Rare beschrieb am 12. November 2025 den virtuellen Beratungsagenten Agent Tierra. Er richtet sich zunächst an kleine Landwirtschaftsbetriebe in Kolumbien und soll über WhatsApp personalisierte Hinweise in Echtzeit geben. Dafür verbindet das KI-gestützte Angebot nach Angaben von Rare agronomische Daten, lokale Klimainformationen und Erkenntnisse zum Verhalten. Ziel ist es, regenerative Landwirtschaft zu unterstützen.

Das Projekt wurde im November 2025 bei den SB COP Case Awards anerkannt. Die Pressemitteilung von Rare belegt jedoch nicht, wie stark die Betriebe das Angebot annehmen oder welchen wirtschaftlichen Nutzen es bringt. Auch ein unabhängiger Erfolgsnachweis geht daraus nicht hervor.

Unsere Einordnung: Verantwortliche für Kundenservice und Vertrieb können bei neuen Beratungsangeboten prüfen, ob ein bestehender Kommunikationskanal den Zugang für ihre Kunden erleichtern könnte. Für eine Entscheidung brauchen sie belastbare Rückmeldungen ihrer eigenen Zielgruppe; der Fall aus Kolumbien ersetzt diesen Nachweis nicht.

Quellen

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