Zeitgewinn zählt erst nach Prüfung und Nacharbeit
Unternehmen sollten KI-Zeitgewinne in der Softwareentwicklung am gesamten Ablauf und an der Qualität messen.
Für Unternehmen, die KI-Werkzeuge in der Softwareentwicklung einsetzen, ist nicht allein die schnellere Erstellung von Code entscheidend. Auch Prüfung und Nacharbeit beeinflussen, wann eine Aufgabe tatsächlich abgeschlossen ist. Eine Praxisanalyse der Forschungsorganisation METR vom 24. Februar 2026 zeigt, wie schwierig sich der Zeitgewinn beziffern lässt.
In einer frühen Studie benötigten erfahrene Entwickler quelloffener Software mit den damals genutzten KI-Werkzeugen 19 Prozent länger. Die Daten stammten aus Februar bis Juni 2025. Für eine Folgestudie seit August 2025 ergaben die Rohschätzungen dagegen Zeitgewinne; die statistischen Unsicherheitsbereiche ließen aber auch eine Verlangsamung zu.
METR bezeichnet die Folgedaten als unzuverlässiges Signal. Unter anderem wurden zunehmend Personen und Aufgaben ausgeschlossen, weil Entwickler nicht ohne KI arbeiten wollten. METR hält einen steigenden Nutzen für wahrscheinlich, sieht aber nur einen sehr schwachen Beleg für dessen Größe. Auf heutige Unternehmen lassen sich die Ergebnisse nicht allgemein übertragen.
Unsere Einordnung: Die Leitung der Softwareentwicklung sollte der Geschäftsführung zeigen, wie sich die Durchlaufzeit einschließlich Prüfung und Nacharbeit sowie die Ergebnisqualität mit und ohne KI unterscheiden. Erst diese Gegenüberstellung trägt eine Entscheidung über den breiteren Einsatz.