KI-Ranglisten erhalten eine neue Messlatte
Ein umgebauter KI-Index verändert die Vergleichsgrundlage. Vertrauliche Aufgaben schützen Tests, erschweren aber ihre Nachprüfung.
Artificial Analysis hat am 27. Oktober 2026 die Messlatte für seinen Vergleich von KI-Modellen verändert. Für Unternehmen, die sich an solchen Ranglisten orientieren, sind Plätze vor und nach dem Umbau deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
Der Anbieter des Intelligence Index ergänzt zwei Tests und überarbeitet drei weitere. Der Index umfasst nun neun Auswertungen. Die vier Bereiche Wissensarbeit, Programmieren, Wissenschaft und Allgemeines bleiben nach Angaben von Artificial Analysis gleich gewichtet. Kein Modell führt in allen neun Auswertungen.
Nach Darstellung des Anbieters beruhen 60 Prozent des Index auf Auswertungen mit privaten Testdatensätzen oder zurückgehaltenen Antworten. Das soll verhindern, dass Modelle lediglich bekannte Prüfaufgaben aus ihren Trainingsdaten wiedergeben. Zugleich erschwert die Geheimhaltung eine unabhängige Nachprüfung dieser Aufgaben.
Unsere Einordnung: Ein Rangwechsel nach dem Umbau belegt weder einen Fortschritt noch einen Rückschritt im eigenen Geschäftsprozess. Wer Modellvergleiche heranzieht, sollte Datum, Testversion und Aufgabenmix berücksichtigen. Die Ergebnisse zeigen Stärken innerhalb dieser Testzusammenstellung; sie belegen nicht, welches Modell für jedes Unternehmen am besten geeignet ist.